CASE STUDY — TINCT

Tinct.
Farben picken.
Paletten extrahieren.
Direkt aus dem Menu Bar.

Tinct ist ein leichtgewichtiges macOS Menu Bar Tool für Designer — Farbe picken, Palette aus einem Bildbereich extrahieren, in HEX/RGB/HSL/CMYK und Pantone ausgeben, direkt nach Figma oder Xcode exportieren. Immer da. Nie im Weg.

v0.1 · Open Source März – April 2026 SwiftUI · ScreenCaptureKit macOS 13+

Überblick

Auf einen Blick.

Rolle
Senior Art Director / Creative AI Lead —
Konzept, Design, Entwicklung
Aufgaben
Konzept · UX Design
Swift-Entwicklung · Open Source
Typ
Eigenprojekt · Open Source (MIT)
Zeitraum
März – April 2026
Status
● v0.1 · Fertig
Tech Stack
SwiftUIAppKitScreenCaptureKitNSColorPanelmacOS 13 Ventura+
Plattform
macOS 13 Ventura oder neuer

Problem

Das Problem.

Jedes Mal wenn ein Designer eine Farbe braucht, unterbricht er seinen Workflow. Das muss nicht so sein.

Der typische Weg: Screenshot machen, in Figma öffnen, Color Picker aktivieren, Hex kopieren, wieder zurück zum eigentlichen Tool. Für eine einzige Farbe. Vier Schritte, zwei Tool-Wechsel, dreißig Sekunden Unterbrechung — dutzende Male pro Tag.

Wer eine Palette aus einem Referenzbild braucht, hat es noch schwerer: Adobe Extract öffnen, Bild hochladen, exportieren, ins Figma-Format übersetzen. Für fünf Farben, die man in zehn Sekunden hätte haben können.

Tinct macht Farbarbeit auf dem Mac so frictionless wie möglich — kein extra Tool öffnen, kein Screenshot, kein Umkopieren. Einfach im Menu Bar wohnen und immer da sein wenn man eine Farbe braucht.


User Research · Persona

Für wen.

Persona David O.
David O.
Executive Creative Director · Hamburg · 52

„In der Produktion entscheidet Farbe über alles. Ich brauche den Pantone-Wert sofort — nicht nach drei Tool-Wechseln und einem Screenshot."

Pain Points
  • Pantone-Werte für Printproduktionen manuell nachschlagen
  • Farbabnahme mit internationalen Druckereien kostet Zeit
  • Screenshot-Workflow für jede Farbentnahme unterbricht Meeting-Flow
  • Palette aus Kunden-Referenzmaterial schnell kommunizieren
  • Farbwerte zwischen Agentur und Produktionsfirma synchronisieren
Ziele
  • Pantone direkt beim Picken, kein Nachschlagen
  • HEX + CMYK + Pantone auf einen Blick für Print und Digital
  • Im Kunden-Meeting sofort Farbwerte aus Referenzen zeigen
  • .ASE direkt in Adobe-Tools öffnen ohne Umweg
  • Farbentscheidungen dokumentieren und weitergeben
Persona Tim K.
Tim K.
Freelance Brand & UI Designer · Hamburg · 26

„Ich arbeite überall — Café, Park, Zug. Mein Setup muss so schlank wie möglich sein. Tinct ist das einzige Farb-Tool das dazu passt."

Pain Points
  • Figma Color Picker funktioniert nur auf Screenshots — ein extra Schritt zu viel
  • Keine einheitliche Farbhistorie über verschiedene Projekte
  • CSS Custom Properties für Kunden manuell eintippen
  • Design Tokens für Übergabe an Entwickler aufwändig erstellen
  • Kein Pantone-Wert wenn Kunden nach Druckfarben fragen
Ziele
  • Farbe direkt von jeder Stelle — kein Screenshot-Zwischenschritt
  • CSS und JSON Export direkt aus der App
  • Farbhistorie als Referenz für laufende Projekte
  • Schlankes Tool das in jeden Workflow passt
  • Pantone parat haben wenn Kunden Print-Fragen stellen

UX · User Flow

Der Weg durch das Produkt.

01
🍎
Menu Bar öffnen
Tinct-Icon in der Mac Menu Bar klicken — Popover öffnet sich sofort
02
🎛️
Tool wählen
Color Picker (Einzelfarbe) oder Area Select (Palette) — Sampling einstellen
03
🔍
Farbe / Bereich wählen
Lupe mit 8× Zoom zum präzisen Picken oder Rechteck über beliebigen Bereich ziehen
04
🎨
Ergebnis
HEX · RGB · HSL · CMYK auf einen Blick + nächste Pantone-Annäherung mit ΔE-Wert
05
📤
Exportieren
.ASE (Adobe) · .CLR (macOS) · .JSON (Tokens) · CSS Custom Properties — oder direkt kopieren

Process · Wireframes

Vom Sketch zum Interface.

Die größte UX-Herausforderung bei einem Menu Bar Tool: alles muss in einem sehr kleinen, kompakten Popover funktionieren — ohne Navigation, ohne Hierarchie, ohne Ablenkung.

01 — Main · Tool wählen
02 — Result · Einzelfarbe
03 — Area Select · Palette
Das kompakte Popover-Format zwingt zu radikaler Reduktion: jede Funktion muss auf direktem Weg erreichbar sein, ohne Navigation oder Hierarchie. Der Lupe-Overlay mit 8× Zoom war die technisch aufwendigste Entscheidung — aber UX-seitig die richtigste.

Design Process · Entscheidungen

Entscheidungen und ihre Gründe.

Entscheidung 01
Menu Bar App vs. Standalone Fenster-App
Eigenständige App mit eigenem Fenster und Dock-Icon
Menu Bar Popover — kein Dock, kein Fenster, immer verfügbar

Tinct ist ein Werkzeug, kein Programm. Es soll da sein wenn man es braucht und verschwinden wenn nicht. Ein Dock-Icon würde suggerieren dass man die App "öffnet und benutzt" — das ist das falsche mentale Modell. Das Menu Bar Icon ist das richtige: es ist eine Erweiterung des Systems, nicht eine zusätzliche Anwendung.

Entscheidung 02
5 Extraction-Modi vs. ein universeller Algorithmus
Ein Algorithmus extrahiert die "besten" Farben — User bekommt was der Algorithmus entscheidet
5 Modi: Dominant · Vibrant · Brightest · Darkest · Contrast — User wählt die Perspektive

"Die beste Palette" gibt es nicht — es gibt die richtige Palette für den jeweiligen Zweck. Ein Shadow-Analyse braucht Darkest. Ein Kampagnen-Moodboard braucht Vibrant. Contrast ist für Accessibility-Tests. Fünf Modi geben dem Designer die Kontrolle zurück.

Entscheidung 03
Pantone-Approximation vs. weglassen
Nur digitale Farbwerte (HEX, RGB, HSL, CMYK) — einfacher, keine Lizenzfragen
Nächste Pantone-Annäherung mit ΔE-Genauigkeitswert

Designer die für Print arbeiten brauchen Pantone. Immer. Wer das weglässt zwingt sie zum manuellen Nachschlagen. Der ΔE-Wert ist entscheidend: er macht klar dass es eine Annäherung ist, keine offizielle Referenz — das ist ehrlich und praktisch gleichzeitig.

Entscheidung 04
Open Source vs. kommerzielles Produkt
Closed Source, App Store, Bezahlmodell
Open Source MIT — kostenlos, auf GitHub

Tinct ist ein Portfolio-Projekt das Swift-Entwicklungskompetenz und UX-Thinking auf macOS zeigt. Der Wert liegt nicht im Produkt selbst — er liegt darin zu zeigen dass ich eine native macOS App von Null aufbauen kann. Open Source ist die konsequente Entscheidung dafür.


Screens & Interface

Das Produkt.

Tinct Main UI
01 — Main UI · Color Picker
Color Picker aktiv
02 — Color Picker · Aktiv
Area Select Modus
03 — Area Select · Modus wählen
Picking in Aktion
04 — Picking · In Aktion
Result Einzelfarbe
05 — Result · Einzelfarbe + Pantone
Result Area Select
06 — Result · Area Select
History
07 — History · Farben & Paletten
Extracted Palette
08 — Palette · Extracted
Settings
09 — Settings

Iterationen & Learnings

Was ich mitgenommen habe.

✓ Was gut funktioniert hat
  • ScreenCaptureKit ist die richtige API für den Lupe-Overlay — performant und präzise
  • 5 Extraction-Modi statt einem geben echte Kontrolle
  • Pantone-Approximation mit ΔE ist der überraschendste und nützlichste Feature
  • Menu Bar Popover fühlt sich sofort nativ an
  • Open Source Entscheidung war richtig — zeigt Kompetenz ohne Ablenkung durch Monetarisierung
↻ Was ich heute anders machen würde
  • Figma Tokens Export früher einplanen — ist der meistgefragte Missing Feature
  • History-Export als Batch (alle Colors/Palettes auf einmal) statt einzeln
  • Homebrew-Distribution von Anfang an vorbereiten — ist der natürliche Weg für macOS Developer Tools
  • Keyboard-Shortcuts prominenter kommunizieren — ⌘⇧C und ⌘⇧A werden kaum entdeckt

Ein gutes Tool verschwindet. Tinct ist dann am besten wenn der User nicht merkt dass er es benutzt — sondern einfach die Farbe hat die er braucht.


Links

Weitererkunden.

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